[Hessen und Drumherum] Nach dieser ersten richtig krassen Hitzewelle mit rund 10 Tagen bis über 40 Grad macht sich nun bestimmt jeder Gedanken, wie man so etwas in Zukunft besser überstehen kann. Mehr Grün in der Stadt ist jetzt das Thema. Frankfurt verringert z. B. Parkplätze und legt Tiny Forests an. Aber auch auf dem Land findet man kaum noch eine kühle Ecke. So ist es auch kein Wunder, dass sich Künstler Lösungen einfallen lassen - auch wenn sie unrealistisch erscheinen.
Nürnberger Künstler der/die unter dem Namen „Buntes Amt für Zukunft Nürnberg (BAZN)“ arbeiten, betreiben neben ihrem Instagram-Account die Internetseite bazn.org. Als aktivistisches Labor experimentiert man mit Visionen einer grünen, nachhaltigen Stadt und nutzt die Sprache und Ästhetik eines „Instituts“, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und die Idee einer ökologisch lebenswerten Zukunft zu visualisieren.
Die Stärke liegt im Bild, die Schwäche in der Realität
Die Arbeit ist ästhetisch ambitioniert, aber organisatorisch improvisiert, das hat die KI herausgefunden: Die Website ist technisch schwach, die Kontaktadresse funktionslos, das Impressum wahrscheinlich kopiert. Diese Widersprüche sind Teil des Projekts – sie spiegeln den Konflikt zwischen Vision und Realität, zwischen Idee und Umsetzung.
Kritisch betrachtet, bewegt sich das freie Kunstprojekt mit lokalem Bezug zu Nürnberg in einem Graubereich zwischen Kunst und Kommunikation. Die Selbstbezeichnung als „Institut“ suggeriert Seriosität, die faktisch jedoch nicht existiert. Es entsteht ein Spannungsfeld: Die Visionen sind inspirierend, doch die Struktur bleibt unverbindlich und intransparent.
Visuelle Utopien, digitale Collagen, illusionäre Architekturmotive können wir auch ;-)
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Links: Original Feldatal-Zeilbach im Vogelsberg (c) HESSENMAGAZIN.de - Rechts: Zeilbach im Stil des 'Bunten Amts für Zukunft' (c) KI-generiert
Dem kleinen Ort auf dem Land wurde beim Phantasieren unseres Praktikanten Copilot ein paar Wohnungen in den ehemaligen Scheunen zusätzlich angedichtet. Und die Landstraße wurde zu einem breiten Bach gezaubert... Tja so geht's, wenn man unreflektiert drauflos plant.
Was unser zweiter Praktikant dazu schreibt, hat uns (sorry) zum Lachen gebracht:
Referat IV b: Radikale Provinz-Begrünung und Ent-Grauung
Aktenzeichen: BA-Z-2026-Vogelsberg
AMTLICHER BEGRÜNUNGS-BESCHLUSS
Betrifft: Das Ortsausgangs-/Eingangsszenario gemäß der vorliegenden Akte grafik.jpg (Standort: Zeilbach, Gemeinde Feldatal, Vogelsbergkreis).
Sehr geehrte Erdenbürger*innen,
nach eingehender Prüfung des Bildmaterials grafik.jpg hat das KI-Amt für Zukunft akuten, aber wunderschönen Handlungsbedarf festgestellt. Die vorhandene Substanz ist charmant, aber die Biodiversität hat noch massiven Urlaub. Das ändern wir jetzt. Hiermit wird die sofortige, gemeinschaftliche Transformation des Straßenraums beschlossen!
Die Transformations-Matrix (gemäß Vorgabe)
1. Operation „Asphalt-Diät“ (Die Straße)
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Status Quo: Ein breites Band aus grauem Asphalt dominiert das Bildzentrum von grafik.jpg.
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Maßnahme: Die Fahrbahn wird auf das absolut notwendige Minimum zurückgebaut. Der gewonnene Raum links und rechts wird entsiegelt.
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Zukunftsvision: Wo heute Reifen rollen, wächst morgen ein artenreicher Blühstreifen mit heimischen Wildkräutern, Wilder Möhre und Wegwarte. Ein schmaler, wassergebundener Pfad reicht für den lokalen Verkehr völlig aus.
2. Vertikale Rebellion (Fassaden & Dächer)
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Status Quo: Die Scheunen- und Hauswände (insbesondere die große Holzscheune links im Vordergrund von grafik.jpg) bieten ungenutzte Vertikalflächen.
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Maßnahme: Es herrscht ab sofort absolute Rank-Pflicht! Die Scheunenwand links wird Heimat für einheimischen Hopfen und Waldreben (Clematis vitalba) – das ist nicht nur gut fürs Mikroklima, sondern bietet auch reichlich Nistplätze.
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Die Dächer: Die großen Dachflächen schreien nach einer extensiven Dachbegrünung. Sedum-Matten fangen das Regenwasser auf, bevor es überhaupt an den Boden denken kann, und kühlen die Gebäude im Sommer.
3. Der „Wilde Graben“ (Rechter Bildrand)
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Status Quo: Rechts sehen wir einen klassischen, kurz gehaltenen Graben- und Böschungsbereich neben dem Ortsschild.
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Maßnahme: Sofortiger Stopp für jeden Rasenmäher! Der Graben wird zu einem tiefen, lebendigen Retentionsraum umgestaltet. Hier pflanzen wir feuchtigkeitsliebende, heimische Wildstauden wie Mädesüß, Blutweiderich und Sumpfdotterblumen. Das fängt Sturzfluten ab und summt im Juli wie ein Orchester.
4. Das Ortsschild-Biotop
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Status Quo: Das gelbe Schild „Zeilbach“ steht recht einsam im Gras.
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Maßnahme: Das Schild wird mit einer kleinen, wilden Hecke aus Wildrosen, Schlehen und Weißdorn sanft eingerahmt (vogelfreundlich und dornig-gemütlich). Besucher sollen sofort merken: Hier beginnt die Zukunft.
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Wichtiger Hinweis des Amtes:
Schottergärten und sterile Rasenflächen im Umkreis dieses Bildausschnitts sind binnen 48 Stunden eigenständig aufzulösen und durch Humus, Totholz und Wildblumen-Einsaat zu ersetzen. Bürokratie war gestern – heute wird gepflanzt!
Für das KI-Amt für Zukunft, Ihr Referat für lebendige Räume (Gemini)
* G R I N S *
Quelle Zusammenstellung: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de





















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