[Hessen] Im Mailpostfach von HESSENMAGAZIN.de liegt eine Spontanbewerbung von "Vinothkumar Ramakrishnan", verfasst ohne weitere Angaben und Informationen wie Adresse, Telefon Lebenslauf oder so. Natürlich öffnen wir die angehängte PDF-Datei nicht. So groß ist unsere Neugierde auf Spam-Post nie. Außerdem brauchen wir keinen "Technischen Senior Automatisierungsingenieur" in unserer Redaktion. ABER die Gelnhäuser suchen gerade solche Leute, die sich um den Philipp-Reis-Preis bewerben :-)
Die Stadt Gelnhausen schreibt:
Der Bewerbungsaufruf geht an Ingenieure oder Naturwissenschaftler, die sich mit nachrichtentechnischen Innovationen, also: bedeutenden Neuerungen beschäftigen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, den die Städte Gelnhausen und Friedrichsdorf, die Deutsche Telekom und der VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik) ausschreiben für eine herausragende, innovative Veröffentlichung auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik.
Verliehen wird der Preis in Gelnhausen, der Geburtsstadt des Telefonerfinders Johann Philipp Reis, der es im 19. Jahrhundert als Erster es möglich machte, nicht nur Zeichen, sondern Sprache elektrisch zu übrertragen. Damit war es möglich, im wahrsten Sinne des Wortes „fern“ zu sprechen. Er hatte die Grundlage für eine bahnbrechende technische Entwicklung geschaffen, die sich bis heute, mit weltweit über vier Milliarden Anschlüssen, zum „größten Automaten“ der Welt entwickelt hat.
Auch diesmal soll der Preis wieder an Ingenieure und Ingenieurinnen oder Naturwissenschaftler und Naturwissenschaftlerinnen (Altersgrenze 40 Jahre) verliehen werden, die mit ihrer Arbeit eine bedeutende nachrichtentechnische Neuerung, die auch Auswirkungen auf die Volkswirtschaft hat, in Gang gesetzt haben oder eine solche Entwicklung erwarten lassen.
- Bewerbungen sind zu richten an: VDE e.V. ITG Geschäftsstelle, Merianstraße 28, 63069 Offenbach am Main, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
- Der Einsendeschluss für die digitalen Bewerbungsunterlagen für die Vergabe des Preises ist der: 15. April 2025 (E-Maileingang).
- Weitere Infos gibt es bei der ITG Geschäftsstelle, Telefon 069 6308-360/-312 oder unter www.vde.com/itgpreise
Doch das ist noch nicht alles
Eine junge Frau schickt uns eine Nachricht in ihrer "Eigenschaft als polizeibekannte Umwelt- und Kletteraktivistin" und empört sich darin über die spontane Kontrolle durch die Polizei auf ihrer privaten Zugreise, gegen die sie Klage eingereicht hat. Die Prozesskostenhilfe dafür musste sie vor dem Verwaltungsgericht erstreiten. Doch das wirklich Besondere an der Geschichte: Sie sitzt im Rollstuhl und sieht sich ganz offensichtlich nicht als Opfer.
Warum Cécile L. uns anschrieb, wissen wir nicht. Es gab keine Bitte um Veröffentlichung. Trotzdem konnten wir aufgrund der Mailadresse ein wenig hinter die Kulissen schauen und staunen nicht schlecht über die Art, wie sie ihr Leben trotz aller Einschränkungen tapfer kämpfend einrichtet.
Und dann hätten wir auch noch
Das Angebot, wie man in einem Tagesseminar im Mai sechs Stunden lang vermittelt bekommt, Macrofotos mit Kamera und Smartphone zu erstellen: "Unter fachkundiger Begleitung geht es auf zu einer Fotosafari zu den letzten ihrer Art aus dem Reich der Insekten und Pflanzen. Ganz nebenbei werden neue Arten und ihre besonderen ökologischen Ansprüche kennengelernt."
Das kostet dort für Erwachsene 85 € und NABU-Mitglieder: 70 €. Bei der Volkshochschule im Vogelsbergkreis bekommen Sie eine Einführung in die Makrofotografie, also Detail- bzw. Großaufnahmen von alltäglichen Gegenständen und Insekten anzufertigen, am Mittwoch, 9. April 2025, in drei Abendstunden für 45 € beigebracht.
So what...
Hier kommt's dicke bei der Pressemitteilung von foodwatch
Todeszahlen von norwegischem Lachs auf neuem Rekordhoch
In Norwegen sind noch nie so viele Lachse vor der Schlachtung gestorben wie 2024. Laut neuen Zahlen des Norwegischen Veterinärinstituts sind im vergangenen Jahr insgesamt 103 Millionen Lachse in Zuchtkäfigen verendet – knapp 46 Millionen an Land und 57 Millionen im Meer. Das ist ein Anstieg von drei Millionen toten Tieren gegenüber 2023 (100 Millionen). Hauptursache sind dem Veterinärinstitut zufolge Infektionskrankheiten und Verletzungen.
Durch die prekären Haltungsbedingungen in den engen Käfigen sind zudem viele Fische mit Lachläusen befallen, was zu großflächigen Wunden führt. Angesichts der alarmierenden Zahlen forderte foodwatch deutsche Supermärkte auf, keinen Lachs mehr aus Norwegen zu verkaufen. Deutschland ist eines der größten Importländer für Lachs. Jeder zweite Lachs im Supermarktregal stammt aus Norwegen.
Statt auf eine Verbesserung der Zustände hinzuwirken, drängt die EU Medienberichten zufolge Norwegens Regierung dazu, sein Export-Verbot für unverarbeiteten, minderwertigen Lachs – so genannten „Produktionsfisch“ aufzuheben.
Zuletzt sorgte ein Massenausbruch von 27.000 Lachsen aus der Mowi-Zuchtanlage Lerøy für Schlagzeilen. Kein Einzelfall – tatsächlich entkommen immer wieder Zuchtlachse in das offene Meer. Die oftmals genetisch veränderten oder kranken Fische können sich so mit Wildlachs aus dem Atlantik vermengen und diesen damit weiter gefährden.
Weiterführende Informationen:
- Aktuelle Zahlen des Norwegischen Veterinärinstituts
- foodwatch-Report: „Faule Fische“
- Online-Petition an Rewe, Edeka, Lidl und Aldi
- Politico-Pro-Newsletter “Will Norway drop its prod-salmon ban?"
- Frankfurter Rundschau: Massenausbruch rückt Norwegens Lachszucht in die Kritik
Quelle: foodwatch e.V.
Zum Thema politischer Einfluss von Milliardären
Tesla-Proteste zeigen: Die Macht von Tech-Milliardären muss begrenzt werden
Berlin, 03.04.2025: Anlässlich der europaweiten Proteste vor Tesla-Filialen warnt LobbyControl vor der wachsenden Macht von Tech-Milliardären, wie Elon Musk. Musk hat mehr Macht denn je und bedroht damit unsere demokratischen Gesellschaften. Über seine Plattform X unterstützt er Rechtsextreme, greift demokratische Werte an und mischte sich auch in Deutschland in den Bundestagswahlkampf ein. LobbyControl begrüßt die Proteste und fordert, die Macht von Milliardären wie Musk effektiv zu beschränken.
Dazu erklärt Kathrin Anhold, Sprecherin von LobbyControl:
„Milliardäre wie Elon Musk werden immer mächtiger und nutzen ihren übermäßigen Reichtum, um politischen Einfluss zu gewinnen. Musk als Tech-Unternehmer greift dazu auch auf die enorme Reichweite seiner Plattform X zurück. Der Fall Musk zeigt: Wer sich mit Geld in Wahlkämpfe einmischt und versucht Stimmen zu erkaufen, hebelt das demokratische Prinzip „Ein Mensch, eine Stimme“ aus. Und das betrifft auch uns in Europa. Das ist ein Weckruf, die unkontrollierte Macht und den demokratiefeindlichen politischen Einfluss von Milliardären und Tech-Konzernen zu begrenzen. Die neue Bundesregierung muss dazu dringend neue Instrumente auf nationaler und EU-Ebene schaffen.
Elon Musks Versuche, europäische Wahlen zu beeinflussen, zeigen: in Deutschland ist eine Obergrenze für Parteispenden überfällig: Ein Spendendeckel ist ein wirksames Mittel, um den übermäßigen Einfluss von Superreichen und finanzstarken Konzernen zu begrenzen. In einer wehrhaften Demokratie darf es keine Möglichkeit geben, sich mit Geld in die Politik einzukaufen. Es wäre fatal, wenn der Parteispendendeckel nicht Teil des Koalitionsvertrags wird!"
EU-Regeln müssen dem US-Lobbydruck standhalten
„In der EU wurden in den letzten Jahren bereits wichtige Digitalgesetze verabschiedet, um uns vor der Macht der Tech-Milliardäre und ihrer Konzerne zu schützen. Diese sehen weitreichende Maßnahmen und wirksame Strafen vor. Einzelne Plattformen wie X könnten sogar verboten werden. Doch die effektive Durchsetzung dieser Regeln steht auf der Kippe. Nachdem sich die Tech-Milliardäre mit Donald Trump verbündet haben, wächst der Druck aus den USA, die EU-Regeln abzuschwächen und ihre Umsetzung zu erschweren.
Doch das Gegenteil ist nötig: die Tech-Regeln konsequent durchzusetzen und gegen die politisch einseitige Social-Media-Plattform X in Europa deutlich härter vorzugehen. Es gilt, unsere demokratische Öffentlichkeit vor dem Einfluss der US-Tech-Milliardäre zu schützen. Damit das geschieht, muss sich die künftige Bundesregierung für eine konsequente Durchsetzung des Digital Services Act (DSA) und Digital Markets Act (DMA) einsetzen."
Unsere Forderungen im Detail:
Parteispenden deckeln: Klare Grenzen für einseitige Einflussnahme, etwa durch einen Parteispendendeckel und die konsequente Verhinderung von Einflussnahme in Wahlkämpfen.
EU-Regeln durchsetzen: Für eine demokratische Digitalisierung muss die EU den Digital Markets Act (DMA) und den Digital Services Act (DSA) konsequent durchsetzen und gegen den steigenden Lobbydruck von US-Konzernen verteidigen. Dafür muss sich die neue Bundesregierung auf EU-Ebene einsetzen.
Übermäßigen Reichtum begrenzen: Milliardäre wie Musk können sich politischen Einfluss in Wahlkämpfen erkaufen. Deshalb braucht es auch steuerpolitische Maßnahmen, um diese Ungleichheit zu beschränken.
Hintergrund
Anlässlich der Proteste am Samstag, den 5. April 2025, wird Christina Deckwirth von LobbyControl vor dem Tesla Showroom in Berlin mit einem Redebeitrag vor Ort sein.
Quelle: www.lobbycontrol.de als gemeinnütziger Verein, der sich für Transparenz, eine demokratische Kontrolle und klare Schranken der Einflussnahme auf Politik und Öffentlichkeit in Deutschland und Europa einsetzt.
Ergänzung - NOTE: Zur o. g. Protestaktion unter dem Motto #TeslaTakedown treffen sich verschiedene Organisationen, darunter Campact, Fridays for Future und das Bündnis "Tesla den Hahn abdrehen", in der Wilhelmstraße in Berlin um auf die Kritik an Elon Musk und Tesla vor dem seinem Store Mitte aufmerksam zu machen. Es geht dabei um Umweltauflagen, Arbeitsbedingungen und politische Einflussnahme bei dem Bühnenprogramm ab 12 Uhr mit Reden und Musik.
Noch mehr dazu https://teslatakedown-europe.org/
Quelle Zusammenstellung: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de