[Vogelsberg] Am 23. Juni 2026 trifft sich das BNE‑Netzwerk im AZN Naturerlebnishaus Kirtorf zum Jahresthema Kreislaufwirtschaft 2027. Dazu gibt’s Einblicke aus der Klimabildungslandschaft Vogelsberg und Infos zu Fördermöglichkeiten beim HMUL. Direkt im Anschluss findet ein kostenfreier Social‑Media‑Workshop mit Jan Niemeier statt für alle, die ihre Öffentlichkeitsarbeit stärken wollen...
Randnotizen: Unsere Anmerkungen dazu
Die Einladung an uns und die Netzwerkpartner*innen liest sich wie ein Verwaltungsakt, der höflich informiert, aber nichts erzählt. Man spürt weder das Anliegen, noch eine Dringlichkeit des Themas. Gerade ein Netzwerk, das sich Bildung für nachhaltige Entwicklung auf die Fahnen schreibt, dürfte eigentlich sprachlich ruhig zeigen, dass es lebt.
Im Kern steckt ja durchaus Substanz:
- Kreislaufwirtschaft als Jahresthema,
- Fördermittel,
- Vernetzung zweier Bildungslandschaften,
- Fortbildungsbedarfe,
- Tag der Nachhaltigkeit
- und dazu ein Social‑Media‑Workshop, der vielen Initiativen tatsächlich helfen könnte.
Das alles wird jedoch in der Tonlage eines Amtsblatts serviert – korrekt, aber ohne die motivierende Ebene.
Ein lebendigerer Ansatz wäre, die gemeinsame Stoßrichtung klarer zu markieren:
- Warum Kreislaufwirtschaft 2027?
- Welche Chancen ergeben sich für regionale Akteurinnen und Akteure?
- Was bedeutet die Klimabildungslandschaft konkret für den Vogelsberg?
- Und warum lohnt es sich, an einem Dienstagnachmittag nach Kirtorf zu fahren?
Ein Netzwerk, das „vom Austausch lebt“, sollte das auch zeigen
Die bisherige Kommunikation des BNE-Netzwerks (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) behauptet zwar, davon zu leben, doch sichtbar ist das kaum. Die Arbeit der Beteiligten wird weder ausführlich dokumentiert noch offen zugänglich gemacht. Es fehlen Projektübersichten, Ergebnisse vergangener Treffen, Best‑Practice‑Beispiele, Materialien und nachvollziehbare Wirkungsberichte.
Dadurch gehen Wissen und Engagement leider verloren, und neue Akteurinnen und Akteure finden schwer Anschluss. Auch Fördergeber sehen wenig Wirkung: Das Netzwerk wirkt nach außen wie ein geschlossener Kreis.
Sein vom Hessischen Ministerium (HMLU) finanziell gefördertes Thema für das Jahr 2026 heißt "Heimat im Vogelsberg". Das bedeutet Planung, Netzwerktreffen und die Sammlung von vielen kleinteiligen Formaten, die Nachhaltigkeit beinhalten, ohne sie jedoch wirklich durchzusetzen.
Das Jahresthema ist ein pädagogischer Containerbegriff: emotional anschlussfähig, politisch risikofrei, inhaltlich dehnbar. Die großen Fragen – Klimawandel, Wasserknappheit, Waldschäden, Artenverlust, Nutzungskonflikte – tauchen nur als freundliche Reflexionsanregung auf, nicht als Herausforderung an die Region.
Die Bildungsangebote sind überwiegend symbolisch: Futterglocken basteln, Apfelsaft pressen, wie frührer Einkochen und Fermentieren, einige kleine Waldtouren, Malen in "Farben der Heimat" und Pflanzentauschtage. Alles sinnvoll, alles nett – aber weit entfernt von den strukturellen Entscheidungen, die den Vogelsberg tatsächlich prägen. Heimat bleibt damit 2026 vor allem ein pädagogisches Thema – nicht der Ort, an dem die Region ihre Zukunft wirklich aushandelt.
Trotzdem würde eine kontinuierliche Dokumentation allen nützen: den Aktiven im Netzwerk, die Synergien erkennen könnten; Schulen, Vereinen und Kommunen, die von Vorlagen und Beispielen profitieren würden; Förderstellen, die Wirkung nachvollziehen könnten; und nicht zuletzt dem AZN Kirtorf als regionaler Knotenpunkt. Denn ohne klare Dokumentationsstrategie bleibt viel gute Arbeit unsichtbar und verpufft.
Ungeachtet dessen hier die Fakts: 23. Juni 2026 ⏰ Treffen 14–16 Uhr, Workshop 16–18 Uhr - ORT: AZN, Erbenhäuser Weg, Kirtorf ✉️ Anmeldung bis 19. Juni per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Was ist das überhaupt?
Im Vogelsberg ist das „BNE‑Netzwerk“ ein loses Verbundsystem von Schulen, Vereinen, Initiativen, Kommunen und Bildungsträgern, die sich mit Bildung für nachhaltige Entwicklung beschäftigen. Es ist kein Verein, keine Institution, keine Plattform – eher ein Kreis von Akteur*innen, der sich zu Treffen zusammenfindet. Koordiniert wird es im Kern vom AZN Kirtorf. Informationen: www.nachhaltig-lernen-vogelsberg.de/infomaterial/ oder für Kenner auf Instagram: www.instagram.com/p/DTsoUcTCCB3/?img_index=1.
Das AZN Kirtorf ist das „Außerschulische Zentrum für Natur- und Umweltbildung“ des Vogelsbergkreises – ein Lern‑, Begegnungs‑ und Koordinationsort für Umwelt‑, Klima‑ und Nachhaltigkeitsthemen. Also ein regionales Bildungszentrum mit Schwerpunkt Natur, das Angebote für Schulen, Kitas, Vereine, Initiativen und Kommunen bündelt und selbst Programme durchführt. Als dauerhafter Ort im Vogelsberg für Natur‑, Umwelt‑ und Nachhaltigkeitsbildung unterstützt man Schulen, organisiert Projekte und hält nun auch noch das BNE‑Netzwerk zusammen. Nötig wäre eine feste Grundfinanzierung, damit Landesmittel konstant fließen können: www.azn-vogelsberg.de
Das HMUL ist das Hessische Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Weinbau, Jagd, Umwelt und Heimat – also das Landesministerium, das in Hessen für die BNE‑Förderung zuständig ist. Es ist der wichtigste Geldgeber für solche Projekte in Hessen und damit auch für das AZN Kirtorf. Mehr dazu: www.klimabildung-hessen.de
Was wäre nötig, damit das lernende System sichtbar und förderfähig wird??
Das AZN hat kein festes Jahresbudget. Seine Arbeit hängt jedes Jahr von neuen Projektanträgen ab. Das führt zu einer unsicheren Personalstruktur, denn Stellen laufen hin und wieder aus, bevor neue Mittel bewilligt sind. So bleiben wichtige Aufgaben, wie Dokumentation, Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkpflege, auch oft liegen.
Es braucht also:
-
eine umfassende Projektübersicht
(und nicht nur einen kurzgefassten Bilderreigen auf Instagram!) -
Steckbriefe der Akteur*innen (Qualifikation)
-
Dokumentation zu den Teilnehmern der Treffen (Whois)
-
dazu: Material‑ und Link‑Sammlungen
-
Komplette Zusammenfassung der Aktivitäten,
z. B. Was ist geblieben vom fachlich groß aufgezogenen "Bodensalon 2024"? -
sowie unbedingt eine nachhaltige, means: professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit :-)
Hm ... 
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de




















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