[Rhön] Zu ihrer jährlichen Klöppelwoche in Rodholz lädt die Sudetendeutsche Landsmannschaft Landesgruppe Hessen e.V. Besucher nach Rodholz am Fuße der Wasserkuppe ein. Vom 4. bis 11. Juli 2026 widmen sich die Frauen dort unter der Leitung von Ilse von Freyburg ganz ihrer Leidenschaft, der Kunst des Klöppelns. In entspannter Atmosphäre entstehen filigrane Spitzenarbeiten, gleichzeitig werden Erfahrungen ausgetauscht, neue Techniken ausprobiert und bewährte Kenntnisse weitergegeben.
Das Miteinander und die Freude am traditionellen Handwerk stehen in diesen Tagen ebenso im Mittelpunkt wie die handwerkliche Arbeit selbst. Um das traditionelle Handwerk ganz aus der Nähe mitzuerleben, können Besucherinnen und Besucher vom 5. bis 10. Juli jeweils zwischen 14 und 17 Uhr vorbeischauen und miterleben, wie aus Fäden kunstvolle Muster entstehen.
Eine kleine Ausstellung zeigt die Vielfalt der Arbeiten – von klassischen Spitzen bis zu modernen Gestaltungen. Wer möchte, kommt mit den Klöpplerinnen ins Gespräch, erfährt mehr über Materialien und Techniken und erhält praktische Tipps für den eigenen Einstieg. Die offene, freundliche Atmosphäre macht den Besuch auch für Neugierige ohne Vorkenntnisse lohnend. Die Veranstaltung wird vom Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz gefördert, der Eintritt ist frei.
Hinfinden zur Jugendbildungsstätte am Fuße der Wasserkuppe: DJO-Landesheim Rodholz, Heckenhöfchen 2, 36163 Poppenhausen - KLICK
Quelle Text: Sudetendeutsche Landsmannschaft Landesgruppe Hessen
Gut zu wissen (Boilerplate)
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Deutsche aus Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien zwangsweise aus ihrer Heimat ausgesiedelt. Das geschah zwischen 1945 und 1946 im Zuge der sogenannten Benes‑Dekrete, einer staatlich verordneten Basis der zurückgekehrten Regierung der Tschechoslowakei für die entschädigungslose Enteignung, den Entzug der Staatsbürgerschaft und die Vertreibung von rund drei Millionen Sudetendeutschen und Zehntausenden Ungarn.
Für die deutsche Provinz Ostpreußen mit Königsberg und Masuren sowie Ermland entschied ein internationales Abkommen der Siegermächte USA, Großbritannien, UdSSR die Grenzverschiebung und Vertreibung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet zwischen Polen und der Sowjetunion aufgeteilt. Die dort lebende deutsche Bevölkerung wurde größtenteils enteignet, und Artikel XIII des Potsdamer Abkommens legitimierte ihre „Überführung“ nach Restdeutschland.
Die Menschen werden im deutschen Recht als „Heimatvertriebene“ bezeichnet, ein klar definierter Rechtsbegriff aus dem Bundesvertriebenengesetz. Aufgrund des Verlusts der Heimat, ihres Eigentum und des soziales Umfelds bildeten sie "Landsmannschaften", um Kulturpflege, Erinnerungsarbeit und Vernetzung zu organisieren. Ihre Nachkommen leisten bis heute vor allem Kultur‑ und Traditionsarbeit.
Die Sudetendeutsche Landsmannschaft Landesgruppe Hessen e. V. bündelt die Aktivitäten der Vertriebenen und ihrer Nachkommen, pflegt Kultur und Traditionen aus Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien und organisiert landesweit kulturelle Veranstaltungen, Begegnungen und Bildungsangebote. Die Landesgruppe arbeitet mit regionalen Kreis‑ und Ortsgruppen zusammen und engagiert sich besonders in der Erinnerungs‑ und Heimatpflege, der Jugendarbeit sowie der Integration von Spätaussiedlern: www.bdv-hessen.de
Quelle Recherche: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de




















180.jpg)










