[Hessen] Wenn Sie wissen möchten, wo es noch ein paar der selten gewordenen Feldhamster gibt, können Sie mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) mitgehen zu einer ihrer ehrenamtlichen Kartierungen. Jetzt nach der Ernte wird auf den Stoppeläckern nach den Bauten der Ackernager gesucht.
Ein offizieller Termin findet am Donnerstag, den 30.07.2026, von 08:00 bis 12:00 Uhr in Frankfurt Bergen-Enkheim statt. Weitere Termine gibt es unter anderem im Landkreis Gießen und in Pohlheim sowie nach Absprache an weiteren Wochentagen.
Die Teilnahme ist kostenlos. Da die Anmeldung erforderlich ist, erhalten Interessierte den genauen Treffpunkt nach einer E-Mail-Anmeldung an
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- Siehe www.hgon.de/veranstaltungen/
Gut zu wissen
Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e. V. (HGON) ist innerhalb der deutschen Naturschutzlandschaft eine spezialisierte Fachorganisation, die sich von großen Umweltverbänden unterscheidet. Während bundesweite Verbände wie NABU, BUND oder Greenpeace breite politische und gesellschaftliche Themenfelder abdecken, konzentriert sich die HGON auf ornithologische (vogelkundlche) Forschung, Biotop- bzw. Lebensraumentwicklung und wissenschaftlich fundiertes Monitoring, also: Erfassung und Überwachung, um Bestandsverläufe zu erkennen, Umweltveränderungen zu dokumentieren und wirksame Artenschutzmaßnahmen zu steuern.
Im Zusammenspiel der deutschen Naturschutzakteure nimmt die HGON damit die Rolle eines fachlichen Kompetenzträgers ein: Sie arbeitet nicht kampagnenorientiert, sondern datenbasiert, geländeorientiert und langfristig. Ihre Beiträge sind essenziell (grundlegend) für Artenschutzprogramme, FFH‑Management, Biotoppflege und die ökologische Bewertung von Landschaftsräumen.
Mit rund 3.000 Mitgliedern und einem Netzwerk regionaler Arbeitskreise liefert die HGON wichtige Artendaten, betreut wertvolle Lebensräume und unterstützt Behörden, Kommunen und Grundstückseigentümer mit fachlicher Expertise. Ihre Arbeit ist überwiegend ehrenamtlich geprägt, hoch spezialisiert und für Entscheidungen im hessischen Naturschutz von zentraler Bedeutung.
Info zum Bild oben
Der HGON‑Ritter ist kein Kämpfer, sondern ein Hüter der Natur, ein wissenschaftlicher Beobachter in einer Rüstung aus Verantwortung, eigentlich ein Sinnbild für die Arbeit der HGON zwischen Forschung, Pflege und Bewahrung nicht mit Waffen, sondern mit Kamera, Fernglas und GPS-Gerät. Die anderen finden Sie bei uns per KLICK: Unsere Ritter der Natur und Der Öko-Rebell ROBIN WOOD.
Das auch noch
Unter der Initiative des ehemaligen hessischen Umweltministeriums unter Priska Hinz wurden ab 2018 weitreichende Sonderprogramme zur „Förderung von Leitarten der Feldflur“ gestartet, um dem dramatischen Artenschwund in der intensiv genutzten Agrarlandschaft Hessens entgegenzuwirken.
Im Fokus dieser Projekte standen stark gefährdete "Allerweltsarten" der offenen Kulturlandschaft wie der Feldhamster, das Rebhuhn, die Feldlerche und die Grauammer, deren Bestände durch Monokulturen, enge Fruchtfolgen und den massiven Verlust von Strukturelementen wie Hecken und Rainen stark dezimiert worden waren.
Der Ansatz dieser Feldflurprojekte zeichnete sich durch eine enge und praxisnahe Vernetzung zwischen dem amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz – getragen beispielsweise von Verbänden wie der HGON –, der Landwirtschaft, den Kommunen und der Jägerschaft aus. Finanziell und strukturell abgesichert durch beträchtliche Landesmittel sowie erweiterte Fördertöpfe im Bereich des Vertragsnatutrschutzes, wurden in verschiedenen hessischen Regionen spezifische Projektkulissen und Koordinierungsstellen geschaffen.
Zu den bedeutendsten Schwerpunktregionen zählten unter anderem das Projektgebiet in Bad Zwesten mit Fokus auf das Rebhuhn, das sich durch beachtliche Zuwächse bei den Brutrevieren auszeichnete, sowie die Regionen Gießen-Süd, der Hochtaunuskreis, der Main-Kinzig-Kreis und die Wetterau, in denen der Schutz des Feldhamsters und bedrohter Offenlandvögel im Vordergrund stand.
Die konkreten Maßnahmen vor Ort reichten von der Anlage mehrjähriger, artenreicher Blühstreifen und breiter Feldraine über die Bereitstellung spezieller Hamsterstreifen und Getreidemutterzellen bis hin zu angepassten, bodenschonenden Bewirtschaftungs- und Erntezeitpunkten. Ergänzt wurden diese Schutzbemühungen durch flankierende Nachzuchtprojekte in Kooperation mit Einrichtungen wie dem Opel-Zoo.
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de