Spaß muss sein trotz juristisch korrekter Hausordnung

Dienstag, den 23. September 2025 um 07:35 Uhr Freizeit & Tipps - Freizeit
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UV-Minigolf im KAF im Karl - Grafik (c) Microsoft Copilot[Fulda] Zufällig finden wir eine Info über das "KAF im KARL", eine Erlebniswelt für Kinder und Familien im Konzeptkaufhaus Fulda. Damit, so lesen wir, hat die Kinder-Akademie Fulda im dritten Obergeschoss des Konzeptkaufhauses KARL (Rabanusstraße 19) einen neuen Erlebnisraum für Kinder und Familien eröffnet. Auf spielerische Weise verbindet das Angebot Bildung, Kreativität und Bewegung.

Zu den Highlights zählen ein UV-Licht-Minigolf-Parcours, ein Bobbycar-Verkehrsgarten, Mitmachstationen rund um die Sinne, eine Experimentierwerkstatt zum Brückenbau sowie eine Kreativwerkstatt zum Malen, Basteln und Werken. Ergänzt wird das Angebot durch eine gemütliche Leseecke und thematische Projekttüten.

Die Erlebniswelt ist dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 2 Euro pro Person, Kinder unter einem Jahr haben freien Zutritt. Weitere Informationen: ww.kaf.de/kafimkarl

Gut zu wissen

Die Kinder-Akademie Fulda (KAF) ist das älteste eigenständige Kindermuseum Deutschlands. Seit 1991 bietet sie Kindern und Jugendlichen einen einzigartigen Lern- und Erlebnisort, an dem Kunst, Kultur, Naturwissenschaft und Technik spielerisch erfahrbar werden. Herzstück ist das begehbare Herzmodell, daneben gibt es wechselnde Ausstellungen, Werkstätten und Mitmachstationen.

Ziel der KAF ist es, Neugier zu wecken, Kreativität zu fördern und Wissen anschaulich zu vermitteln – immer nach dem Motto: selbst entdecken, ausprobieren, verstehen. Toll, keine Frage. Wer sein Kind fördern will, kauft eine Dauerkarte, zumal die nächste Ausstellung dort sich sich ums Essen dreht. Das alltägliche Thema neu aufzurollen ist angesichts der vielen dicken Kinder notwendig und sinnvoll.

Was uns in diesem Zusammenhang verwundert hat: Die HAUSORDNUNG für die Erlebniswelt. Eine Rezension unseres Praktikanten zeigt berechtigte leichte Kritik.

Zwischen Schutzraum und Schranken

Die Hausordnung des KAF im KARL erfüllt zweifellos ihren Zweck: Sie sorgt für Sicherheit, klare Zuständigkeiten und einen respektvollen Umgang. Doch bei genauerem Hinsehen wirkt sie stellenweise überreglementiert und könnte Familien auch abschrecken.

Die strikte Regel, dass Erwachsene das Angebot nur in Begleitung von Kindern nutzen dürfen, schützt zwar den Charakter des Hauses, verhindert aber, dass interessierte Pädagog:innen, Journalist:innen oder Sponsoren unkompliziert Einblick gewinnen.

Auch das pauschale Fotografierverbot ist nachvollziehbar, schränkt aber die Möglichkeit ein, Erlebnisse zu dokumentieren oder das Angebot über Social Media weiterzutragen – gerade in einer Zeit, in der Sichtbarkeit entscheidend ist.

Die Formulierung „Nutzung auf eigene Gefahr“ wirkt juristisch korrekt, aber wenig einladend. Sie signalisiert Distanz, wo Vertrauen und Offenheit gefragt wären. Zudem könnte die Vielzahl an Einschränkungen (Altersgrenzen, Schuhwerk, Begleitpflichten) den Eindruck erwecken, dass der Fokus stärker auf Kontrolle als auf Spielfreude liegt.

Kurzum: Die Hausordnung ist sicherheitsorientiert und durchdacht, aber sie läuft Gefahr, den spielerischen Charakter des KAF im KARL durch zu viele Schranken zu überlagern. Ein ausgewogeneres Regelwerk – klar, aber mit mehr Freiräumen – würde den Anspruch des Hauses als Ort der Kreativität und Entfaltung noch besser widerspiegeln.

Selbst nachlesen: www.kaf.de/kafimkarl/hausordnung <-KLICK

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de