Verantwortung für Tierhaltung durch Sachkunde

Dienstag, den 30. Juni 2026 um 08:13 Uhr Gut zu wissen - Notiert !
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Symbolbild: Redaktionshund Michel unterwegs (c) HESSENMAGAZIN.de[Deutschland] Unser Nachbarland Österreich führt zum 1. Juli 2026 einen verpflichtenden theoretischen Sachkundenachweis für Hundehalter ein; für Reptilien, Amphibien und bestimmte Papageienvögel gilt er dort bereits länger. Der Deutsche Tierschutzbund fordert nun erneut eine vergleichbare Pflicht auch für Deutschland – für alle Tierarten. Denn mangelne Kenntnisse der Tierbesitzer führten häufig zu Fehlhaltung, Überforderung und späteren Tierheimabgaben.

Gefordert wird deshalb ein verpflichtender, theoretischer Sachkundenachweis vor der Anschaffung eines Tieres - unabhängig von der Tierart.

„Tierhalter sollten sich bereits vor der Anschaffung mit den Bedürfnissen und dem Verhalten eines Tieres sowie den anfallenden Kosten auseinandersetzen“, erklärt Lisa Hoth-Zimak, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes sollten grundlegende Kenntnisse zu Haltung, Ernährung, Verhalten und Kommunikation der jeweiligen Tierart Voraussetzung für Kauf oder Adoption eines Tieres sein. Dieses Wissen könne im Rahmen eines theoretischen Sachkundenachweises vermittelt und überprüft werden.

Deutschlandweit unterschiedliche Regelungen

Während Österreich auf einen bundeseinheitlichen Sachkundenachweis setzt, bestehen in Deutschland vereinzelte Regelungen auf Landesebene. So bedarf die Haltung von "Gefahrtieren", etwa von Giftschlangen, in einigen Bundesländern eines Sachkundenachweises.

Im Bereich der Hundehaltung wird der Sachkundenachweis in vielen Bundesländern bei Hunden gefordert, die aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit als potenziell gefährlich eingestuft werden. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert diese Vorverurteilung, da die Gefährlichkeit eines Hundes nicht von seiner Rasse abhängt.

Nur in Niedersachsen und zukünftig auch in Bremen müssen alle Ersthundehalter einen sogenannten Hundeführerschein absolvieren, der neben einer theoretischen auch eine praktische Prüfung umfasst. Letztere hält der Deutsche Tierschutzbund aufgrund des hohen Verwaltungsaufwands allerdings nicht für sinnvoll. Praktische Überprüfungen sollten aus Sicht der Tierschützer nur gezielt bei auffällig gewordenen Hund-Halter-Gespannen erfolgen.

Sachkunde schützt alle Tierarten

„Gerade bei Hunden ist es mit Blick auf die Gefahrenprävention wichtig, dass Halter die Körpersprache ihrer Tiere verstehen und lernen, wie ein tierschutzgerechter Umgang aussieht. Zudem sollte vermittelt werden, wie man seriöse Züchter, Vermittlungsstellen oder Hundeschulen erkennt“, sagt Hoth-Zimak.

Sachkundige Personen wüssten um die Problematik des illegalen Welpenhandels über das Internet und würden Tiere nicht aus einer Laune heraus anschaffen. Gleichzeitig können sie Gesundheits- und Verhaltensprobleme bei ihrem Tier schneller erkennen und rechtzeitig fachliche Hilfe hinzuziehen.

Dabei ist Sachkunde nicht nur für die Hundehaltung entscheidend: Jeder zehnte Katzenhalter lässt nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes sein Tier nicht kastrieren – weil Vorurteile bestehen und das Bewusstsein fehlt, dass unkastrierte Freigängerkatzen ursächlich für das Leid von Straßenkatzen sind. Kaninchen, Meerschweinchen oder Wellensittiche leiden häufig in zu kleinen Käfigen oder in Einzelhaltung.

Quelle Text: Deutscher Tierschutzbund e.V.


Nachtrag von HESSENMAGZIN.de

Sachkunde z. B. bei Hunden bedeutet: theoretisches Basiswissen, das sicherstellt, dass Halter einen Hund artgerecht, sicher und verantwortungsvoll führen können. Doch Deutschland hat kein bundeseinheitliches Gesetz dafür. Jedes Land kocht sein eigenes Süppchen – deshalb gibt es Sachkunde für „gefährliche Rassen“, für Gefahrtierhaltung, für Ersthundehalter, für gar niemanden… je nach Bundesland.

Wir fragen uns, wie das letztendlich vereinheitlicht funktionieren soll und was genau diese Punkte beinhalten:

Wetten, dass bei einer Pflicht augenblicklich "Trainigszentren" an allen möglichen Ecken aufploppen, die uns "das alleinseligmachende" Wissen dazu vermitteln. Jede Woche 2 Stunden Theorie kosten x Euro, die Volkshochschule springt auf den Zug auf und der Tierschutzbund nimmt am Ende die Prüfungen ab...

Oder wie?

Zunge raus

Quelle: Brigitta Möllermann