Aus Regen wird Trinkwasser: Vogelsberger loben Kinzig-Projekt

Mittwoch, den 07. Oktober 2026 um 07:00 Uhr Gut zu wissen - Lebenselixier Wasser
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Kinzigsee Symbolbild - KI-generiert (c) Copilot[Hessen] Während in vielen Regionen Hessens die Folgen des Klimawandels immer deutlicher spürbar werden, entsteht im Main-Kinzig-Kreis ein Projekt, das beispielhaft für eine zukunftsfähige Wasserversorgung stehen kann. Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg e. V. (sgv) begrüßt ausdrücklich die Planungen des Wasserverbandes Kinzig für ein neues Wasserwerk am Kinzigtalstausee.

Wasserwerk am Kinzigsee zeigt einen Weg aus der Wasserkrise

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Wasserverbandes Kinzig, Dr. Holger Scheffler, informierten sich Vertreter der sgv vor Ort über das Vorhaben. Geplant ist, künftig das im Kinzigtalstausee gespeicherte Niederschlagswasser mittels moderner Ultra-Filtration zu hochwertigem Trinkwasser aufzubereiten. Mit einer Jahreskapazität von rund neun Millionen Kubikmetern könnte das neue Wasserwerk einen bedeutenden Beitrag zur Versorgung der Region leisten und gleichzeitig die Belastung sensibler Grundwasservorkommen reduzieren.

Die Notwendigkeit neuer Wege in der Trinkwasserversorgung wird immer deutlicher. Heiße und trockene Sommer führen zu sinkenden Grundwasserständen, versiegenden Quellen und zunehmenden Nutzungskonflikten. Gleichzeitig wächst der Wasserbedarf insbesondere in den Ballungsräumen.

Für die sgv zeigt das 70-Millionen-Euro-Projekt des Wasserverbandes Kinzig, dass die Lösung nicht in einer weiteren Ausweitung der Grundwasserförderung liegen kann. Vielmehr sei es notwendig, zusätzliche Wasserquellen zu erschließen und regionale Versorgungsstrukturen zu stärken. Der Verein sieht das geplante Wasserwerk deshalb als Musterbeispiel für die Ziele des Hessischen Zukunftsplans Wasser. Dazu gehören die Entlastung der Grundwasservorkommen, eine stärkere regionale Eigenversorgung sowie Investitionen in innovative Technologien.

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Die Wasserversorgung Hessens solle nachhaltiger und unabhängiger von der Förderung Grundwasservorkommen aufgestellt werden. Die sgv fordert deshalb auch die zügige Umsetzung der Maßnahmen des Hessischen Zukunftsplans Wasser, an dessen Erarbeitung der Verein maßgeblich mitgewirkt hat.

Dazu gehört insbesondere die Einführung eines Wassercents als Finanzierungsinstrument für den Schutz der Wasserressourcen. Hessen und Thüringen sind derzeit die einzigen Bundesländer, die noch auf dieses bewährte Instrument verzichten.

Ebenso notwendig ist die Fortführung der Förderung kommunaler Wasserkonzepte über das Jahr 2026 hinaus, damit Städte und Gemeinden ihre Wasserversorgung langfristig an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen können.

Nach Auffassung der sgv muss vor allem das Rhein-Main-Gebiet wieder stärker auf eigene Wasserressourcen setzen. Das Wasserwerk am Kinzigtalstausee zeige, dass innovative Lösungen vorhanden sind. Statt immer neue Grundwassermengen aus Fördergebieten wie dem Vogelsberg zu entnehmen, müsse das Ziel lauten, die regionale Eigenversorgung auszubauen und zusätzliche Wasserquellen zu erschließen.

Gut zu wissen

Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg e. V. (sgv) kämpft seit über 35 Jahren für den Schutz des Vogelsberger Grundwassers. Als seit 2014 anerkannter klageberechtigter Umweltverband engagiert sich die sgv für eine nachhaltige Wasserversorgung, den Erhalt natürlicher Wasserressourcen und die Umsetzung einer verantwortungsvollen Wasserpolitik in Hessen. Der Verein bringt seine Expertise aktiv in politische und fachliche Prozesse ein, unter anderem beim Hessischen Zukunftsplan Wasser.

Quelle und weitere Informationen: www.sgv-ev.de


Das auch noch

Der Hessische Zukunftsplan Wasser wurde 2022 als landesweiter Fachplan zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung vorgestellt. Er entstand unter Beteiligung von Kommunen, Wasserversorgern, Fachverbänden, Umweltverbänden und der Landwirtschaft und beschreibt konkrete Maßnahmen, um Hessen auf die Folgen des Klimawandels und zunehmende Nutzungskonflikte beim Wasser vorzubereiten.

Mehr dazu: https://landwirtschaft.hessen.de/wasser/grundwasser-und-wasserversorgung

Quelle: KI Copilot


Ergänzungen: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de