Oberer Garten: Septemberlook im Nieselregen (c) HESSENMGAZIN.de
[Hoher Vogelsberg] Mitte September ist ein Großteil des hohen Bewuchses jetzt niedergemäht worden. Es ist die richtige Zeit in Ulrichsteins Höhenlage: Die meisten Schmetterlinge haben ihr Entwicklung zur Raupe abgeschlossen. Und die übrigen Falter stammen aus der letzten Generation, die sich auf die Überwinterung vorbereitet. Sie, Wildbienen und weitere Insekten finden dennoch notwendigen Nektar als Eneriereserve in den späten Blütenpflanzen, die wir stehen gelassen haben.
Was wiederum die Vögel freut :-)
Trotz des leichten Regens waren heute viele Vögel im Garten aktiv. Das ist typisch für die Septemberphase, in der zahlreiche Arten intensiv Nahrung aufnehmen müssen. Sie reagieren wenig auf Nieselregen, solange Temperatur und Wind moderat bleiben.
Und Appetit haben sie auf
- Insekten – weil viele Arten ihre Energiereserven auffüllen. Besonders Meisen, Rotkehlchen, Amseln und Buchfinken nutzen die erhöhte Aktivität von Regenwürmern, Spinnen und kleinen Fluginsekten.
- Samen und Beeren – weil die Herbstfrüchte jetzt reif sind. Holunderbeeren werden stark angenommen, ebenso Samenstände von Disteln, Flockenblumen und Gräsern.
Nicht aufgeräumte "Futterinsel" mit stark dezimierten Holunderbeeren (c) HESSENMAGAZIN.de
Die Kombination aus späten Insekten und reifen Beeren erklärt ihr „Durchsausen“, das leider nicht gut zu fotografieren war: kurze, schnelle Futterflüge, dann wieder Deckung im Gebüsch. Für viele Arten ist es gerade eine entscheidende Übergangsphase vor dem Herbstzug oder der Wintervorbereitung.
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de
Äste und Reisig können als Haufen oder Benjeshecke im Garten Lebensraum schaffen
Der NABU Hessen ruft zurzeit mal wieder dazu auf, beim herbstlichen Aufräumen im Garten natürliche Vogelnahrung stehen zu lassen: Abgeblühte Stauden, Samenstände von Sonnenblumen, Karde und Gräsern sowie die Früchte von Rosen (Hagebutten) und Sträuchern.
Zugvögel wie Gartengrasmücke und Mönchsgrasmücke bauen mit den zuckerhaltigen Beeren jetzt ihre Fettreserven für den Flug in den Süden auf. Und Weißdorn, Liguster, Schlehe oder Hartriegel sind bis über den Winter wichtige Futterquellen für Amsel, Drossel, Star und Rotkehlchen. Wer jetzt zu gründlich schneidet oder räumt, nimmt unseren Gartenvögeln diese Ressourcen!
Auch Laubhaufen und Hölzer sollen liegen bleiben: Sie bieten Insekten, Igeln und Amphibien frostfreie Verstecke – und den Vögeln eine eiweißreiche Insekten-Nahrung.
Zudem eignet sich der Herbst ideal, um neue heimische Sträucher zu pflanzen: Holunder, Kornelkirsche, Schneeball oder Weißdorn liefern Beeren für über 60 Vogelarten und bilden dichte Schutzstrukturen,
Kurz gesagt: Weniger räumen, mehr stehen lassen – so bleibt das natürliche Vogelbuffet im Winter erhalten :-)
Quelle: NABU Hessen
PS: Unser nächstes "Abenteuer" im Garten wird mit dem Werkstoff Beton zu tun haben (müssen) ...